IPad 3 – Warum ich es zurück geschickt habe

Was habe ich mich auf das iPad 3 gefreut? Gleich nach der Keynote bestellt, wurde es pünktlich zum Starttermin in Deutschland geliefert. Die Logistik hat, wie von Apple zu erwarten, top funktioniert. Freitag Nachmittags geliefert konnte es Abends losgehen, auspacken, einschalten und mit iTunes verbinden. Alles funktionierte problemlos und kurze Zeit später war der Inhalt meines iPad 2 auf das neue Gerät gespielt.

Dann kam der Moment an dem alles fertig war und die ersten Apps gestartet werden konnten. das neue Retina-Display ist einfach SUPER. Alles ist gestochen scharf und selbst feinste Strukturen sind auf Bildern zu erkennen. Die neue Kamera spielt in einer ganz anderen Liga als die des iPad 2. Auch hier ist alles gestochen scharf (dank Autofokus) mit einer sehr guten Auflösung. Visitenkarten von Geschäftskontakten können mühelos gescannt und in die Kontakt Datenbank aufgenommen werden – Klasse!

Was mir gleich auffiel, war dass der Akku sehr schnell leer wurde – das konnte allerdings auch an dem nicht ganz vollen Akku gelegen haben. Habe mir zu diesem Zeitpunkt noch keine wirklichen Gedanken darüber gemacht. Was mir aber auch direkt auffiel war die “schlechte” Empfangsleistung im WLAN. Die angezeigte Signalstärke war niedriger als beim iPad 2 mit regelmässigen Verbindungsaussetzern. Der Browser “hing” für mehrere Sekunden bevor es weiterging – hmm….

Die Wärmeentwicklung war auch spürbar höher als beim iPad 2 und deutlich zu spüren – selbst durch die iPad Hülle von Stilgut.

Ok, das waren die Erfahrungen vom ersten Abend. Das iPad über Nacht an das mitgelieferte Netzteil gehängt und am nächsten Morgen war die Akku-Anzeige auch tatsächlich bei 100%. Beim Frühstück die News gelesen und siehe da, nach ca 30 Minuten zeigte die Ladestandsanzeige nur noch 85% an. Nicht wirklich überzeugend, da ich vom iPad 2 Werte um die 95% gewohnt war. Die Probleme mit dem WLAN bestanden weiterhin – schlechte Empfangsleistung und Aussetzer (mein WLAN wird von einer Apple Airport Extreme bereitgestellt).

Bis zum Nachmittag habe ich den Akku runter auf 30% gebracht, wobei ich gefühlsmässig, in Summe, keine 4-5 Stunden Betrieb hinter mich gebracht habe. Also wieder ans Netzteil gehängt zwecks Vollladung – mein Gott ging das langsam. Bis zum späten Abend wurden keine 100% erreicht – also wieder über Nacht laden.

Habe am nächsten Tag einen Vergleich zwischen dem iPad 2 und dem neuen iPad gemacht und hier setzte meine ganz grosse Enttäuschung mit dem neuen iPad 3 ein. Das iPad 2 konnte in allen Disziplinen mit Ausnahme des Displays und der Kamera punkten. Längere Akku Laufzeit, viel besserer WLAN Empfang ohne Aussetzer, keine Wärmeentwicklung und weniger Gewicht (sind zwar nur ca 50 Gramm aber die merkt man trotzdem)

Meine Zufriedenheit mit dem Produkt war sehr getrübt und ich stellte mir die Frage, ob ich 800Euro für ein unausgereiftes Produkt ausgegeben habe? Klar, einige Dinge könnte Apple mit einem Software-Update bereinigen, aber als langjähriger Apple Kunde weiss ich auch das dies durchaus mehrere Monate dauern kann. Also, das Display ist super, die Kamera ist super, LTE funktioniert in Deutschland nicht, die Ladezeiten sind extrem lang, das Teil entwickelt mehr Wärme und ist schwerer als das iPad 2. Mehr Nachteile als Vorteile und so fiel mir die Entscheidung nicht schwer doch lieber auf die nächste iPad Generation zu warten und das iPad 3 nach 4 Tagen zurück zu schicken.

IPad 3 Pro
– SUPER Display
– SUPER Kamera
– …..

IPad 3 Contra
– lange Akku Ladezeiten
– schlechte WLAN Empfangsleistung
– WLAN Aussetzer
– höhere Wärmeentwicklung
– “empfundene” geringere Akku Laufzeit